Geschrieben

  • am 19.06.2012
  • um 09:22 AM
  • von hoste

Telefunken Schwebungssummer 0

Ich habe vor geraumer Zeit einen “Transistor-Leistungs-Schwebungssummer” der Firma Telefunken geschenkt bekommen, der sich durch zwei Eigenschaften auszeichnete: Er hätte auch als Leistungs-Briefbeschwerer fungieren können und der nicht vom Wasserschaden betroffene Generator-Teil funktionierte noch. Grund genug, eine Organentnahme ins Auge zu fassen.

Es gab zu allen Zeiten elektronischer Schaltungen eine Vielzahl von Varianten, niederfrequente Sinuskurven zu erzeugen. Früher ausschließlich analog, in späteren Zeiten mit integrierten Schaltungen bis hin zur DDS-Synthese heutiger Tage. Wir erinnern uns an den universellen XR2206, dessen Markenzeichen allerdings ein häßlicher “Peak” auf dem Scheitel der Sinuskurve war. Die Vor- und Nachteile der Methoden zur Tonerzeugung sollen hier nicht diskutiert werden. Es muss vom Messtechniker bis hin zum Audio-Puristen jeder selbst entscheiden, welcher Methode der Tonerzeugung er den Vorzug gibt.

Bei einem Schwebungssummer wird eine niederfrequente Schwingung durch die Mischung zweier hoher Frequenzen erreicht. Dabei entstehen zwei Seitenbänder, von denen i.d.R. das untere Band verwendet und das Obere herausgefiltert wird. Auf Wikipedia findet sich eine geeignete Abhandlung zum Thema. Der Vorteil des Prinzips liegt in der Durchstimmbarkeit des gesamten Audiobereiches ohne Umschaltung frequenzbestimmender Bauteile – bei dem gezeigten Modell immerhin von 40 – 18.000 Hz. Der untere Bereich lässt sich durch einen kapazitiven Trimmer im Festfrequenzoszillator noch etwas “ziehen”.

Die Sinuskurve sieht auf dem Oszilloskop über den gesamten Abstimmbereich optimsch einwandfrei aus, zeigt aber im Spektrum die Prinzip bedingten Oberwellen, die sich durch einen mitlaufenden Tiefpassfilter sicher effektiv eliminieren ließen. Auch die Amplitude bleibt bei allen Frequenzen konstant. Die Schaltung wird mit 12 Volt betrieben und benötigt nicht einmal 20 mA.

Dieser kleine Generator ist ein schönes Relikt aus einer vergangenen analogen Zeit, den ich mir mit seiner originalen Bakelit-Skala in ein ansprechendes Gehäuse einbauen werde. Leider fehlt mir ein Schaltplan, wenn auch nur der Vollständigkeit halber. Wenn sich also ein Leser hierher verirren sollte und in Besitz eines solchen ist, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

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