Geschrieben

  • am 27.01.2012
  • um 07:13 PM
  • von hoste

MOTOROLA XOOM Dummy als digitaler Bilderrahmen 2

Wer auf der Webpräsenz eines allseits bekannten Auktionshaus “Motorola Xoom Dummy” als Suchbegriff eingibt, kann für schmales Geld eine Handy-Attrappe erwerben, die sich als digitaler Bilderrahmen missbrauchen läßt.

Konzipiert wurde das Gerät als Werbeträger, das in Schaufenstern mit Videos die Vorzüge der “Vollversion” anpreist – im Original ein Motorola Android-Tablet. Zu diesem Zwecke befinden sich auf dem internen Speicher insgesamt vier Videos im mp4-Format, die als Endlosschleife abgespielt werden, sobald das Gerät über ein externes Steckernetzteil mit Strom versorgt wird. Um es allerdings als digitalen Bilderrahmen für eine Foto-Slideshow verwenden zu können, bedarf es noch eines Tricks, denn Fotos anzeigen kann es von Hause aus nicht.

Geliefert

wird das 10″-Display mit einem USB-Kabel und einem Steckernetzteil. Die Auflösung des Displays beträgt 1200 x 800 Pixel, der interne Speicher ist 2GB groß. Es kann erforderlich sein, sich den Treiber von der Herstellerseite zu installieren. Es installiert sich ein Dienst (MotoHelper.exe), der für unsere Zwecke unwichtig ist und nachträglich gestoppt werden kann. Das Gerät selbst taucht in der Liste der Laufwerke wie ein USB-Stick auf.

Um nun eine Diashow von Fotos auf dem Dispaly ablaufen lassen zu können, ist es erforderlich, die ausgewählte Fotos (die für eine gute Bildqualität vorab mit einem geeigneten Probgramm auf 1200 x 800 Pixel zugeschnitten werden sollten) in ein Video umzuwandeln. Das kann eine Freeware wie Freemake Video Converter gut und schnell erledigen. Einfach als Quelle “Foto” und als Ziel “MP4″ wählen, ein eigenes Profil mit der entsprechenden Auflösung generieren, als Codec mp4 oder H.264 wählen, Audio ausschalten und die Umwandlung starten. Das Programm beherrscht sogar Überblendung und die Einstellung der “Standzeit” der einzelnen Fotos.

Nach

Fertigstellung der Konvertierung findet sich ein Video auf der Festplatte, das in den Speicher des Displays kopiert wird. Die Länge des Videos ist nur begrenzt durch die Größe des Display-Speichers. In einem ersten Testlauf habe ich fünf Fotos in 1200 x 800 Pixel, jeweils ca. 500 KB, mit einer Standzeit von 10 Sekunden mit dem H.264-Codec ohne Audio kompiliert und ein Video mit ca. 5MB Größe erhalten. Das entspräche grob 2000(!) Fotos in einem Video mit 2GB.

Anzumerken sei noch, dass das Display keinerlei Bedienelemente enthält. Sobald das Gerät mit Strom versorgt wird, sucht es Videos im Speicher und spielt diese als Endlosschleife. Auf microcontroller.net finden sich Hacks, die das Display mit einem Audio-Ausgang und größerem Speicher ausgerüstet und einer RC5-Fernbedieung zur Bedienung aufgebohrt haben. Das allerdings erfordert tiefere Kenntnis in Sachen Mikrocontroller und vor Allem die Fähigkeit des Lötens auf haarfeinen Leiterbahnen und an Anschlüssen von SMD-Bauteilen. (Die erste Herausforderung ist das Öffnen des Gerätes ohne Kollateralschäden ;-)

Fazit: Ein haptisch ansprechendes Gimmick mit Optionen zu Erweiterungen. Ein nativer digitaler Bilderrahmen mit 10″-Display, der nur Fotos darstellen kann, kostet im Regelfall schon das Drei- bis Vierfache. Auf der Negativseite findet sich im Lieferumfang ein Netzgerät mit USB-Kupplung, auf der 12 Volt anstatt der USB-Spezifikationen entsprechende 5 Volt anliegen. Bei irrtümlicher Verwendung mit anderen Komponenten ist hier ein Totalschaden vorprogrammiert.

Nachtrag: Im Shop der PHF GmbH ist der Dummy für 19,90 Euro erhältlich. (Stand 28.01.2012)

Nachtrag 2: Ich habe auf meiner Lanzarote-Seite ein erste Diashow für das Xoom kompiliert. Die 130 MB große Datei kann bei Interesse hier heruntergeladen werden.

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Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. […] ist ohne Ton und hat eine Auflösung von 1200×800 Pixeln, damit läuft es perfekt auf meinem Motorola Xoom Dummy, kann aber natürlich auch auf jedem PC mit einem Videoplayer abgespielt werden. Die ca. 130 MB […]

  2. herrchen sagt:

    *frolic zuwerf*

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